Der Tod der 16-jährigen Liana durch einen mutmaßlichen Stoß vor einen Güterzug im niedersächsischen Friedland löste bundesweit Fassungslosigkeit aus und beeinflusst noch immer politische Debatten: Heute (13.00 Uhr) will das Landgericht Göttingen ein Urteil für einen 31-jährigen Mann verkünden, dem vorgeworfen wird, das Mädchen aus Thüringen im Sommer 2025 vor den durchfahrenden Zug gestoßen zu haben.
Gegen den Iraker läuft ein sogenanntes Sicherungsverfahren, weil die Staatsanwaltschaft Göttingen davon ausgeht, dass der Beschuldigte an einer paranoiden Schizophrenie leidet und nicht schuldfähig ist. Es gibt daher keinen regulären Strafprozess mit einer Anklage. In dem Sicherungsverfahren wird nicht nur geklärt, ob der Mann der Täter ist, sondern auch, ob er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.
Beim Prozessauftakt im Februar hatte sich der Verdächtige nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auf Empfehlung seiner Betreuer verfolgte er die Verhandlung mit angelegten Handschellen. Der 31-Jährige sitzt derzeit im Maßregelvollzug ein.