Der Rechtsextreme Tommy Frenck muss sich nicht länger wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor dem Amtsgericht Meiningen verantworten. Das Verfahren gegen ihn werde gegen die Verhängung einer Auflage vorläufig eingestellt, verkündete die Vorsitzende Richterin, Julia Döllein, nach einer längeren Unterbrechung der Hauptverhandlung. Wenn Frenck innerhalb von sechs Monaten 10.000 Euro an die Staatskasse zahle, werde der Prozess endgültig beendet. Sie empfehle ihm, kein Risiko einzugehen und den Betrag in Raten von mindestens 550 Euro auch wirklich stets fristgerecht zu begleichen, andernfalls werde das Verfahren wiederaufgenommen. Frenck sicherte das zu: «Ich bezahle immer fünf Tage eher.»
Der Prozess gegen Frenck war erst an diesem Tag eröffnet worden – und über mehrere Stunden hinweg hatte sich das schnelle vorläufige Verfahrensende nicht abgezeichnet. Dafür hatte Döllein durch kritische Nachfragen deutlich gemacht, dass sie an einer zentralen Behauptung des Angeklagten zweifelt, dass er von einer Veranstaltung im Jahr 2017 nicht finanziell profitiert habe. Erst nach einem Rechtsgespräch kam es dann zu der Einstellungsentscheidung, die auch Verteidigung und Staatsanwaltschaft mittragen.