Weil sie ihren schwerbehinderten erwachsenen Sohn derart vernachlässigt haben soll, dass es für ihn lebensgefährlich wurde, sind am Landgericht Erfurt die Eltern des jungen Mannes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Totschlag durch Unterlassen vor. So sollen sie es etwa unterlassen haben, ihm ausreichend Essen und Trinken zu geben oder ihn zu waschen.
Den laut Zeugen schlechten Gesundheitszustand seines Sohnes habe er nicht wahrgenommen, sagte der Vater bei der Befragung vor Gericht. «Für mich sah er eigentlich immer normal aus, so wie ich ihn kannte. Ich hatte nicht das Gefühl, dass das so schlimm ist», so der 44-Jährige. Zeugen hingegen hätten sich schockiert vom Zustand des damals Anfang 20-jährigen Sohns gezeigt, hielt der Vorsitzende Richter dem Angeklagten vor.