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Brand auf Runneburg durch defekte Stromleitung verursacht

Die Runneburg Weißensee aus dem 12. Jahrhundert ist bei dem Brand nur knapp einer größeren Katastrophe entgangen. / Foto: Jacob Schröter/dpa
Die Runneburg Weißensee aus dem 12. Jahrhundert ist bei dem Brand nur knapp einer größeren Katastrophe entgangen. / Foto: Jacob Schröter/dpa

Die mittelalterliche Runneburg Weißensee ist bei einem Brand nur knapp einer Katastrophe entgangen. Der Brand schwelte wohl schon Tage im historischen Gemäuer, so die Ermittlungsergebnisse.

Der Brand auf der mittelalterlichen Runneburg in Weißensee ist Ermittlungsergebnissen zufolge wohl auf einen technischen Defekt an einer Stromleitung zurückzuführen. Dies sei «sehr wahrscheinlich», teilte die Polizei am Tag nach dem Brand mit. Die Brandausbruchsstelle sei in einem früher als Küche genutzten Gebäude zwischen Palasturm und Wagenhaus lokalisiert worden. Vermutlich sei die Leitung zuvor durch Nagetiere beschädigt worden.

Tagelanger Schwelbrand im Gebälk

In der Folge sei es nach bisherigen Erkenntnissen zu einem über mehrere Tage andauernden Schwelbrand im alten Gebälk einer Zwischendecke gekommen, bevor das Feuer auf das Gebäude ergriff. Das Küchenhaus mit seiner Holzkonstruktion war bei dem Brand in der Nacht zum Donnerstag zerstört worden, nur noch die Außenmauern stehen. Die Feuerwehren konnten ein Übergreifen der Flammen auf den benachbarten Palasturm der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg verhindern.

Hinweise auf eine Brandstiftung hätten die Ermittlungen nicht ergeben. Die konkrete Schadenshöhe konnte die für das Kulturdenkmal verantwortliche Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bislang nicht beziffern. «Das ist komplex», sagte der Sprecher der zuständigen Stiftung, Franz Nagel, auf Anfrage.

Neben dem Küchengebäude hat eine Tür umgebende Sandstein Hitzeschäden erlitten, das Fassadenmauerwerk aus Naturstein habe sich verfärbt, die Dachrinnen seien geschmolzen. Auch am Dach und einem Gaubenfenster seien Schäden zu verzeichnen.

Spendensammlungen angelaufen

Die Mauern müssen zunächst notdürftig gesichert und vor dem Einsturz bewahrt werden. Neben den Notsicherungen stehe der Turm im Fokus, sagte Stiftungsdirektorin Doris Fischer. Dafür hat die Stiftung zu Spenden aufgerufen und ein Spendenkonto eingerichtet. «Historische Denkmale dieser Dimension sind nicht versichert, und bestimmte Schäden müssen schnell untersucht und behoben werden», erläuterte Fischer.

Eine weitere Spendensammlung zugunsten der Runneburg läuft nach Angaben der Stiftung auf Privatinitiative in einem sozialen Netzwerk. Bislang sind hier mehr als 4.000 Euro eingegangen.

Die Runneburg zählt laut Stiftung zu einem der bedeutendsten Zeugnisse romanischer Baukunst in Deutschland. In kaum einer Anlage sei so viel originale Bausubstanz des Hochmittelalters erhalten. Die Stiftung bezeichnet sie auch als «kleine Schwester» der Wartburg.

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