Das war knapp: Teile einer Burg aus dem 12. Jahrhundert sind bei einem Brand im Norden Thüringens beschädigt worden. Feuerwehrleute verhinderten ein Übergreifen auf weitere Teile der Runneburg in Weißensee, wie ein Polizeisprecher sagte. «Sie konnten buchstäblich in letzter Minute verhindern, dass auch der frisch sanierte Palasturm Feuer fängt», sagte Franz Nagel, Sprecher der für die Liegenschaft verantwortlichen Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. «Das stand Spitz auf Knopf.» Thüringens Kulturminister Christian Tischner (CDU) äußerte: «Hier war ein Herzstück des Thüringer kulturellen Erbes in Gefahr.»
Altes Küchengebäude betroffen
Das Feuer war laut Polizei in der Nacht in einem Eckgebäude der Wehranlage ausgebrochen, direkt neben einem hohen Turm. Nagel zufolge handelt es sich bei dem Brandgebäude um die alte Küche. Die darin vorhandene Holzkonstruktion sei vernichtet worden, lediglich die Umfassungsmauern des Gebäudes stünden noch. Urkundlich sei die alte Küche erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt worden.
«Auch wenn es sich "nur" um ein Nebengebäude handelte, schmerzt der Verlust», so Nagel weiter. Die Küche sei etwa wichtig für die Baugeschichte der Anlage gewesen und um die Funktionen der Burg zu erklären. Der Restbestand der Mauern müsse untersucht werden, um zu klären, wie dieser erhalten werden könne. Tischner sagte der Stiftung zu, das Land werde sie bei der Behebung der Schäden unterstützen.
Flammen drohten auf weitere Teile der Burg überzugreifen
Auch die Polizei sprach von einem knappen Ausgang, denn zunächst waren die Einsatzkräfte von Schlimmerem ausgegangen: Infolge des Winds und Funkenflugs habe es so ausgesehen, als würden die Flammen auf weitere Teile des historischen Gebäudes übergreifen, sagte der Sprecher. Von dem Funkenflug wurden mehrere in der Nähe des Brandortes geparkte Fahrzeuge beschädigt, teilte die Polizei mit. Bis in die frühen Morgenstunden war die Feuerwehr mit Löschen beschäftigt, hieß es.