Thüringen verzeichnet derzeit die höchste Arbeitslosenzahl seit sieben Jahren. Der Strukturwandel trifft unter anderem die Automobilzulieferer und energieintensive Branchen wie Glas und Keramik, sagt Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Sachsen-Anhalt-Thüringen. Dabei gibt es im Land teils große Unterschiede.
Frage: Herr Behrens, wie blicken Sie auf den Arbeitsmarkt in Thüringen zurück?
Behrens: Unterm Strich ist die Arbeitslosigkeit gestiegen und die Beschäftigung hat sich eher rückläufig entwickelt. Thüringen ist in dieser Phase stärker unter Druck geraten als Sachsen-Anhalt – wir spüren Konjunkturflaute und Strukturwandel, gerade in industriell geprägten Regionen. Auch die Zeitreihe zeigt das: Im November 2025 lagen wir bei 67.984 Arbeitslosen und damit höher als im Pandemie-November 2020 als wir 64.427 Arbeitslose hatten. Das ist ein neuer Höchstwert in den vergangenen sieben Jahren.