Thüringen gehörte vor zehn Jahren zu den letzten Bundesländern, die bezahlten Bildungsurlaub ermöglichten. Noch heute wird der gesetzliche Anspruch nur von einem Bruchteil der Arbeitnehmer genutzt. Das geht aus Daten hervor, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen-Thüringen in Erfurt vorgelegt hat.
Bildungsfreistellung sei ein wichtiger Baustein für lebenslanges Lernen, berufliche Weiterbildung und gesellschaftliches Engagement, erklärte die stellvertretende DGB-Bezirksvorsitzende Renate Sternatz in Erfurt. Der DGB fordert eine Ausweitung der Bildungsfreistellung - die Industrie- und Handelskammern würde die Möglichkeit dagegen gern abgeschafft sehen.
Die Zahl der Bildungsträger, die in Thüringen Bildungsurlaub anbieten, lag in den vergangenen Jahre zwischen 500 und gut 600. Nur 2016 beim Start waren es rund 800. Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 nutzten nach DGB-Angaben 3.528 Beschäftigte die Möglichkeit von Bildungsurlaub, zwischen Oktober 2025 und April dieses Jahres waren es danach 3.637 Beschäftigte. Der Anteil an allen Arbeitnehmern habe sich in den vergangenen Jahren etwas erhöht, liege aber deutlich unter einem Prozent, hieß es. Bei den Angaben beruft sich der DGB auf das Thüringer Bildungsministerium.