Das Bundesarbeitsgericht rechnet damit, dass angesichts der Konjunkturschwäche und Entlassungen vor allem in der Automobilindustrie mehr Kündigungsschutzklagen in der höchsten Instanz landen. Bei den Arbeitsgerichten und Landesarbeitsgerichten sei bereits ein starker Anstieg der Fälle im Zusammenhang mit Entlassungen zu beobachten - «aber nicht in dem Maß, wie man es annehmen könnte», sagte die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Inken Gallner, in Erfurt.
Sie erwartet, dass anders als in der Vergangenheit mehr betriebliche Regelungen durch Sozialpläne, Abfindungen sowie Qualifizierungsangebote getroffen werden, statt Gerichte anzurufen. Gallner verwies darauf, dass gerade im Bereich Kündigungsschutz bereits eine Vielzahl von Urteilen vorliege, an denen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber orientieren könnten. Es gebe jedoch auch immer wieder Regelungen außerhalb des Kündigungsschutzgesetzes, die geklärt werden müssten.