Herbstbelebung erreicht Thüringer Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote sinkt auf 6,3 Prozent
Weniger Arbeitslose und ein größeres Stellenangebot: Die erwartete Herbstbelebung ist auf dem Thüringer Arbeitsmarkt angekommen. Im September waren im Freistaat 69.052 Menschen arbeitslos, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur mitteilte. Das waren 2.736 Arbeitslose weniger als im August. Die Arbeitslosenquote sank von 6,6 auf 6,3 Prozent und damit exakt auf den Wert von September 2025. Vor allem die Bauwirtschaft hatte in den vergangenen Monaten von einer Belebung und mehr Aufträgen auch dank der staatlichen Investitionspakete berichtet. «Die Betriebe in Thüringen agieren, trotz einer weiterhin angespannten Wirtschaftslage, wieder etwas zuversichtlicher und öffnen damit neue Beschäftigungschancen», erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Trotz eines leichten Rückgangs haben es weiterhin vor allem Langzeitarbeitslose und Arbeitnehmer im Alter ab 50 Jahren schwer, eine neue Anstellung zu finden. Jeweils mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen waren länger als ein Jahr ohne Job oder lagen über dieser Altersgrenze. Nach der Sommerpause hätten zahlreiche neue Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse begonnen, was sich insgesamt positiv auf die Arbeitslosigkeit auswirkte, so Behrens. «Besonders deutlich war der Rückgang bei den Jugendlichen.» Der prozentual höchste Rückgang der Arbeitslosenquote sei bei Menschen mit ausländischer Herkunft zu verzeichnen. Behrens: «Dies zeigt, dass die Arbeitsmarktintegration zunehmend Früchte trägt und das Potenzial internationaler Beschäftigter immer besser genutzt wird.» Im September traten fast 6.000 Frauen und Männer in Thüringen eine neue Arbeitsstelle an - gute 1.600 mehr als im August und rund 1.100 mehr als vor einem Jahr. Etwa 5.100 Menschen meldeten sich arbeitslos. Fast 4.300 neue Stellen wurden den Agenturen gemeldet - das waren fast 1.00 oder 31 Prozent mehr als im Ferienmonat August. Nach Daten des Statistischen Landesamt steigt in Thüringen auch die Zahl von Menschen im Alter ab 65 Jahren, die noch einer Beschäftigung nachgehen. Die Zahl der Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe habe im vergangenen Jahr bei 40.000 gelegten. Damit hatten 6,7 Prozent der Älteren einen Job. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das reguläre Renteneintrittsalter schrittweise steigt und derzeit zwischen 66 und 67 Jahren liegt. Der DGB Hessen-Thüringen verwies darauf, dass in den kommenden Jahren mehr Arbeitnehmer in den Ruhestand gehen werden, als junge Menschen in den Arbeitsmarkt nachrücken. Nach Meinung des DGB-Bezirksvorsitzenden Michael Rudolph geht die Rentenreformdebatte in eine falsche Richtung. «Anstatt die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen länger arbeiten können, soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abgeschafft und die Altersteilzeit praktisch abgeschafft werden», erklärte er. «Wer mehr Menschen länger in Beschäftigung halten will, muss bei den Arbeitsbedingungen ansetzen und nicht bei der Rente.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenJobsuche für zwei Gruppen schwierig
Zehntausende über 65-Jährige im Berufsleben