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Metall-Tarifrunde ohne Angebot der Arbeitgeber gestartet

Metall-Tarifrunde ohne Angebot der Arbeitgeber gestartet
Vor dem Start der ersten Verhandlungsrunde verliehen Metaller den Forderungen der Gewerkschaft Nachdruck. / Foto: Martin Schutt/dpa
Die IG Metall fordert für rund 28.000 Beschäftigten unter anderem fünf Prozent mehr Geld. Beim ersten Treffen gab es jedoch kein Angebot der Arbeitgeber.

Die Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen haben ohne Angebot der Arbeitgeber begonnen. «Wir erwarten in der zweiten Tarifverhandlung ein verhandlungsfähiges Angebot von der Arbeitgeberseite», sagte Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Mitte in Erfurt. 

Die Gewerkschaft fordert für die rund 28.000 Beschäftigten im Freistaat unter anderem fünf Prozent mehr Geld für die nächsten zwölf Monate. «Wir brauchen eine tragfähige Entwicklung für die Beschäftigten, die unter den hohen Preisen und Preissteigerungen zu leiden haben», begründete er die Forderung.

Zudem setzt sich die Gewerkschaft für die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte sowie für eine tarifliche Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten von Unternehmen ein, die sich in einer guten wirtschaftlichen Lage befinden. In Thüringen gebe es eine Reihe von Unternehmen, denen es «ausgezeichnet» gehe, so Köhlinger.

Arbeitgeber verweisen auf angespannte Lage

Die Gespräche finden in einer angespannten wirtschaftlichen Lage statt. Die Seite der Arbeitgeber verwies unter anderem auf hohe Kosten und strukturelle Standortprobleme. Seit 2019 seien in Thüringen rund 11.600 Arbeitsplätze verloren gegangen, teilte der Verband der Metall- und Elektroindustrie (VMET) mit

«Wir haben heute noch kein Angebot vorgelegt, sondern wir haben erst mal die gesamte wirtschaftliche Situation nochmal sehr genau dargestellt», sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Thomas Kaeser.

Die Höhe der Forderungen sei überzogen. «Die drastische und wirklich schwierige Situation der deutschen Wirtschaft, die scheint bei der Gewerkschaft nicht ganz angekommen zu sein», sagte er. Um Arbeitsplätze zu sichern, komme man nur mit moderaten Abschlüssen voran. Eine tarifliche Gewinnbeteiligung lehne der VMET entschieden ab. 

Doch auch wenn beide Seiten derzeit noch weit auseinander lägen, «werden wir auch in dieser Tarifrunde mit der IG Metall um tragfähige flächentarifvertragliche Lösungen ringen», so Kaeser.

Nächste Verhandlungsrunde Ende des Monats

Vor dem Start der ersten Verhandlungsrunde verliehen am Vormittag rund 200 Beschäftigte vor dem Verhandlungsort in der Erfurter Innenstadt den Forderungen der Gewerkschaft Nachdruck. Auf einem Transparent stand etwa «Solidarisch in die Offensive». 

Die nächste Verhandlungsrunde soll am 28. Oktober in Eisenach stattfinden. Am 31. Oktober endet die Friedenspflicht. Das bedeutet, das ab dem 1. November Warnstreiks möglich wären.

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