Bei der Gleichberechtigung im Job warnt Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) vor einem Rückschritt. Die aktuelle politische Lage und das Bedürfnis vieler Menschen nach Sicherheit führe teils zu einer Retraditionalisierung der Rollenbilder, sagte sie in Erfurt. «Wir sind wieder in der Schubladen-Phase: Es gibt die Karrierefrau, die ihre Kinder nie sieht, und die Hausfrau.» Es müsse aber möglich sein, dass man Führungskraft sei und dennoch seine Kinder sehe.
Weniger Gehalt als Männer
Das schlägt sich auch aufs Gehalt nieder: Im Median verdienten Frauen in leitender Position zuletzt rund 400 Euro weniger als Männer in Leitungsberufen. «Es gibt eine Konzentration von Frauen in bestimmten Berufsgruppen. Das sind aber immer Berufsgruppen, in denen es schlechtere Bezahlung gibt», sagte Schenk. Dazu gebe es den Effekt, dass in Berufsgruppen die Bezahlung eher sinke, wenn dort vermehrt Frauen arbeiten. Als Beispiel nannte sie Apotheken.
Schenk plädierte für Quotenlösungen, um den Frauenanteil langfristig zu erhöhen. Das habe sie selbst erfahren: «Ich persönlich habe kein Problem damit zu sagen: Die Eintrittskarte in meine politische Karriere war die Quote.»
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