Bevölkerungsschwund, leere Kita-Plätze und schon bald weniger Kinder in den Grundschulen: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht Thüringen vor immensen Herausforderungen und fordert die Landesregierung auf, im Bildungssektor die Weichen zu stellen. «Die Entscheidungen darüber, welche Bildungseinrichtungen Thüringen vorhalten wird, ist auch eine Entscheidung darüber, ob Thüringen zukunftsfähig bleiben kann oder nicht», sagte Thüringens GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.
Voigt begrüßt GEW-Vorstoß
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt begrüßte die Initiative der GEW. «Eine langfristige und ganzheitliche Sicht ist entscheidend für ein zukunftsfestes und modernes Bildungssystem in Thüringen», sagte der CDU-Politiker der dpa. Die Landesregierung gehe die Zukunftsfragen an, Mitwirkung sei willkommen. «Es gilt, Betroffene zu Beteiligten zu machen, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.» Seiner Ansicht nach sind konkrete Antworten auf die demografischen Herausforderungen zu lange liegengeblieben. «Wir packen diese Dinge jetzt an.»
In ihrem Papier warnt die GEW vor den Folgen der demografischen Entwicklung. So beruhe auch die Personalberechnung in Ganztagsangebot mit Hort ebenfalls auf der Anzahl zu betreuender Kinder. «Wenn die demografische Rendite nicht genutzt wird, droht Stellenabbau statt Ausbau des Ganztages, werden Angebote und individuelle Betreuung und Förderung eingeschränkt», steht in dem Papier. Das Land solle die Chance nutzen, den Ganztag weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass Erzieherinnen und Erzieher in Thüringen weiterhin Beschäftigung finden.