In Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind in Hamburg die Bundessieger des Wettbewerbs «Jugend forscht» geehrt worden. Oskar Rost (17) und Marius Strauß (18) aus Thüringen erhielten den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit. Die beiden Schüler entwarfen eine KI-basierte Software, mit der schulische Leistungen transparenter und fairer beurteilt werden können. Die Software erkennt Fehler, zieht Punkte ab und macht Notenvorschläge.
Steinmeier ruft zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit auf
In einer Rede vor den rund 1.000 Gästen rief Steinmeier zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit auf. «Das weltweit anerkannteste, hochleistungsfähige Wissenschafts- und Universitätssystem der USA droht in der Mühle von Populismus und Kampf gegen das sogenannte Establishment leichtfertig zerrieben zu werden», sagte der Bundespräsident laut einem Redemanuskript. Als Schirmherr von «Jugend forscht» appellierte er an seine Zuhörer: «Der Feinderklärung an die freie Wissenschaft müssen wir uns in Deutschland entgegenstellen!»
Bundespräsident würdigt Henri Nannen
Steinmeier erinnerte in seiner Rede an den Beginn von «Jugend forscht». Die erste Preisverleihung habe im Jahr 1966 in Hamburg stattgefunden. Schon damals habe man um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit gefürchtet. Mit einer Bildungsoffensive, zu der Schüler-Bafög und -austausch und Auslandsstipendien gehörten, sei gegengesteuert worden. «Sicherlich aber auch, weil engagierte Persönlichkeiten wie Henri Nannen die Initiative ergriffen und einen Wettbewerb wie "Jugend forscht" ins Leben gerufen haben», fügte der Bundespräsident hinzu. Henri Nannen (1913-1996) war Gründer und viele Jahre Chefredakteur des Magazins «Stern».