Experten und Betroffene fordern deutliche Verbesserungen beim Ausbau der Schulsozialarbeit in Thüringen. «Die Problemlagen in der Schülerschaft sind in den letzten Jahren deutlich diverser und herausfordernder geworden», sagte Claudia Koch, Sprecherin der Landeselternvertretung Thüringen, der Deutschen Presse-Agentur. Daher sei es immens wichtig, die vorhandenen Angebote so schnell wie möglich weiter auszubauen. Auch der Gemeinde- und Städtebund und die Bildungsgewerkschaft GEW sehen dringenden Handlungsbedarf.
Sozialarbeiter in allen Schularten nötig
Grundsätzlich habe sich der Ausbau der Schulsozialarbeit in Thüringen in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, schätzte GEW-Sprecher Michael Kummer ein. Das bisher Erreichte sei aber nicht genug, um dem Bedarf gerecht zu werden - vor allem an Schulen an besonders herausfordernden Standorten. «Grundsätzlich sollte jede Schulart eine Stelle für Schulsozialarbeit haben. Wo Bedarf ist, sollte es mehr Stellen geben.» Die Landeselternvertretung kritisiert zudem, dass ganze Schularten wie die Förderschulen überhaupt keine Sozialarbeiter hätten. «Wir fordern deshalb schon seit geraumer Zeit den bedarfsdeckenden Ausbau an allen Schularten», so Koch.