Nach Einschätzung des Thüringer Bildungsministeriums sichert der neue Betreuungsschlüssel in den Kindergärten ab 2025 rund 1.200 Arbeitsplätze. «Es ist gut, dass wir die Fachkräfte nicht verlieren, denn sie werden auch in Zukunft gebraucht», sagte der geschäftsführende Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Mit der Änderung des Kindergartengesetzes steigere man auch die Qualität der Betreuung in den Einrichtungen. «Thüringen bleibt damit Spitzenland bei der Kinderbetreuung», so Holter.
Demografischer Wandel schlägt zu
Mit den Änderungen im Kindergartengesetz soll auch der demografische Wandel abgefedert werden. Denn in Thüringen werden immer weniger Kinder geboren. Nach Berechnungen des Ministeriums könnte die Zahl der in Kindergärten betreuten Kinder bis 2042 um 11,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2022 zurückgehen.
Nach dem alten Betreuungsschlüssel würde nach einer Prognose der Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern von rund 12.400 im Jahr 2022 auf rund 9.900 im Jahr 2029 sinken und sich auf rund 10.150 Anfang der 30er Jahre einpegeln. Unterm Strich würden also deutlich weniger Fachkräfte gebraucht als bisher.
Die neuen Regeln sollen diese Entwicklung zumindest abmildern. Wie genau sich die Prognose durch die Änderungen im Gesetz verschiebt, ist aber noch unklar. Grund ist eine Übergangsfrist: Die Träger der Einrichtungen, oft sind das auch Kommunen, bekommen bis zum 31. Dezember 2027 Zeit, die Betreuung in den Einrichtungen an die neuen Regeln anzupassen.
Hintergrund ist dabei auch, dass die Fachkräftesituation nicht überall gleich ist. Während einige Regionen Personalüberschuss haben, fällt es in anderen schwer, überhaupt an ausreichend Personal zu kommen - etwa im ländlichen Raum und speziell an den Landesgrenzen zu Hessen und Bayern, heißt es aus dem Ministerium.
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