Thüringens Bildungsminister Christian Tischner reist nach Kanada und will sich dort Anregungen holen, wie aus Bildungsverläufen von Schülern individuelle Lernangebote erstellt werden. «Die haben sich vor mehreren Jahrzehnten auf den Weg gemacht, durch systematische Erhebung von schulischen Daten auf allen Ebenen - sowohl Kindergartenbereich, als auch Schulbereich - ein Gesamtkonzept zu entwickeln, wie man tatsächlich Bildungsqualität steuern kann», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt vor seiner Reise, die am Sonntag beginnen sollte.
Warum ein neues Institut geplant ist
Der Minister kündigte ein Institut an, das aus dem bisherigen Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien herausgelöst werden soll. «Diese Experten für qualitative Forschung, die sollen eben bei uns auch Bildungsforschung betreiben in einem Landesinstitut», sagte Tischner. Auch Kindergärten sollen mit in den Blick genommen werden.
Bekommt bald jeder Schüler eine Nummer?
Tischner sprach sich für die Einführung einer Bildungs-ID aus. Das sei eine Art Steuernummer, unter der datenschutzkonform die Leistungen der Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden könnten. Ziel sei dann auch die Weitergabe - etwa vom Kindergarten an die Grundschule.
«Wir haben diese Lernentwicklungsgespräche. Da machen sich die Erzieherinnen und Erzieher große Mühe, beschreiben die Kompetenzen und die Fähigkeiten der Kinder und überlegen schon im besten Fall, wie man sie fördern kann», sagte Tischner. Doch am Ende der Zeit im Kindergarten werden diese Informationen in der Regel nicht weitergegeben an die Schulen. «Sodass dann die Grundschule neu anfängt, zu schauen: Wo hat das Kind seine Stärken und Schwächen», erklärte Tischner.