Thüringens Bildungsminister Christian Tischner will das Kindergartengesetz ändern und kleineren Einrichtungen stärker finanziell unter die Arme greifen. «Konkret sehen unsere Vorschläge unter anderem vor, die finanzielle Unterstützung des Landes für kleinere Einrichtungen zu verbessern und das dritte Kindergartenjahr beitragsfrei zu stellen», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Wie genau dies umgesetzt werden soll und um wie viel Geld es geht, blieb zunächst offen.
Kitas könnten zu Familienzentren werden
Die Thüringer CDU-Bildungspolitikerin Carolin Gerbothe betonte, die Erreichbarkeit des Kindergartens dürfe nicht von der Postleitzahl abhängen. «Die Einrichtungen müssen überall im Freistaat gut erreichbar sein, insbesondere im ländlichen Raum. Gerade dort sind Kindergärten nicht nur Bildungsorte, sondern auch soziale Ankerpunkte für ganze Gemeinden.» Die CDU wies darauf hin, dass die Brombeer-Fraktionen von CDU, BSW und SPD im Doppelhaushalt rund 5 Millionen Euro an Sonderzuweisungen bereitgestellt und sich auf einen stärkeren Beitrag zum Erhalt kleiner Kindergärten verständigt hätten.
Daneben forderte die CDU-Fraktion die Umsetzung einer Fusionsprämie. Sie eröffne Kindergärten neue Möglichkeiten, sich zusammenzuschließen. «Die Maßnahme soll helfen, vorhandene Strukturen optimal zu nutzen und an die Gegebenheiten anzupassen», so Gerbothe.
Dafür seien im Etat 12 Millionen Euro für das Jahr 2027 bereitgestellt worden. Damit könnte die Nutzung von Einrichtungen auch erweitert werden - etwa als generationenübergreifende Orte oder Familienzentren. «Solche Modelle können gerade im demografischen Wandel eine große Chance für den ländlichen Raum sein.» Gerbothe forderte, dass die nun angekündigten Maßnahmen zum neuen Kindergartenjahr ab 1. August wirksam werden.