Der teils regnerische und kühle Sommer hat in den Thüringer Freibädern keinen Besucheransturm ausgelöst. «Wie schon im vergangenen Jahr lief der Sommer dieses Jahr enttäuschend», fasst Jens Eisenschmidt, Geschäftsführer des Badehauses Nordhausen, für die Freibäder der Stadt zusammen. Etwa zu Ferienbeginn habe schlechtes Wetter eingesetzt, erst zum Ferienende habe sich die Lage gebessert. In dieser Saison habe es rund 20 Prozent weniger Besucher gegeben als in normalen Jahren.
Dann eben Hallen- statt Freibad?
Auf die Zahl der Rettungseinsätze hätten sich die geringeren Gästezahlen nach bisherigem Stand nicht ausgewirkt, fasst Dirk Bley vom Deutsche Roten Kreuz Thüringen zusammen. Das DRK bildet auch Rettungsschwimmer aus. «Die Zahl der Badenden hat sich zum Vorjahr in etwa die Waage gehalten, das Wetter hatte keine spürbaren Auswirkungen auf die Rettungen», so Bley.
Der Grund: Anstatt ein Freibad zu besuchen, hätten sich Gäste für einen Aufenthalt im Hallenbad entschieden - ein Trend, der etwa auch aus Nordhausen bestätigt wird. Aktuell lägen noch keine endgültigen Zahlen vor, aber es sei davon auszugehen, dass die Zahl der Einsätze auf dem Niveau der Vorjahre liege, so Bley. Positiv sei zu vermerken, dass es nur recht wenige schwerwiegende Einsätze gegeben habe.
Sicherheitsmitarbeiter in einem Freibad
Was das Miteinander der Gäste außerhalb des Wassers angeht, wurden nur aus einem der befragten Bäder Probleme gemeldet. Aufgrund einiger, die Baderegeln und das allgemeine Verhalten betreffender Vorkommnisse werde in Niedersachswerfen (Landkreis Nordhausen) an besonders vollen Tagen seit Juli zeitweise eine Sicherheitsfirma eingesetzt, erklärte Roland Gerlach. In den anderen Bädern sei die Saison ruhig verlaufen.
Trotz der teils durchwachsenen Nachfrage sind in keinem der befragten Bäder direkte Konsequenzen zu befürchten. «Wir machen weiter wie immer und hoffen zu jedem Saisonstart aufs neue, dass es diesmal die beste Saison wird», fasst ein Sprecher des Freibands Eisenberg zusammen. Teilweise wollen die Bäder in Zukunft stärker auf Veranstaltungen setzen, um die Gästezahlen anzuheben.