Logo DieThüringer News
Nachrichten / Freizeit

Jenaer Uni untersucht Gehirnaktivität bei Go-Partien

Jenaer Uni untersucht Gehirnaktivität bei Go-Partien
Die Professorin und Go-Enthusiastin Manja Marz hat das Projekt initiiert. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa
Von: DieThüringer News
Das asiatische Brettspiel Go gilt als sehr kompliziert. Nun möchten Forscher herausfinden, was bei Top-Spielern im Gehirn passiert. Eine Wissenschaftlerin hat daran auch ein persönliches Interesse.

Was passiert bei einer Partie des asiatischen Brettspiels Go im Gehirn? Das wollen Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena herausfinden und starten dafür ein besonderes Experiment. Acht Spielerinnen und Spieler, «darunter Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Go-Elite», sollen ab Samstag gegeneinander spielen, wie die Uni mitteilte. Sie sollen mit Elektroden am Kopf verkabelt werden, um etwa verfolgen zu können, wie sich während des Spiels der Blutfluss im Gehirn verändert und welche Hirnregionen in bestimmten Situationen stärker mit Sauerstoff versorgt werden. 

So könne etwa nachvollzogen werden, was während eines Spielfehlers im Denkzentrum passiert. «In jeder Go-Partie gibt es durch Fehler hervorgerufene Wendepunkte, in denen sich die Dominanzverhältnisse auf dem Spielbrett verändern», erklärte die klinische Psychologin der Universität Jena, Ilona Croy. «Macht ein Spieler einen Fehler und ärgert sich darüber, dann sieht man das auch im Gehirn.» 

Mehr aus dieser Kategorie

Professorin ist selbst Go-Amateur-Weltmeisterin 

Initiiert wurde das Projekt von der Jenaer Bioinformatikerin und erfahrenen Go-Spielerin Manja Marz. Sie sitzt den Angaben zufolge auch selbst am Spielbrett. Erst vor wenigen Wochen wurde sie Weltmeisterin der Amateure in Tokio. «So erfahre ich vielleicht, wie lange ich mir nach einem Fehler für den nächsten Zug Zeit lassen sollte, bis das rationale Zentrum meines Gehirns wieder die Kontrolle übernommen hat», sagte sie. 

Ein besonderer Fokus soll in dem Experiment auch auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern gelegt werden. Es solle untersucht werden, ob die Gehirne von Männern und Frauen bei langfristiger geistiger Höchstleistung unterschiedlich funktionieren. Geklärt werden solle auch, ob Männer oder Frauen besser oder schlechter auf Reserven im Gehirn zurückgreifen können und ob sie sich schneller von kognitiven Belastungen erholen.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

DieThüringer News
Artikel von

DieThüringer News

DieThüringer News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.