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Vandalismus wird zum Problem auf Thüringer Wanderwegen

Vandalismus wird zum Problem auf Thüringer Wanderwegen
Vandalismus ist auf manchen Wanderwegen ein Problem. / Foto: Michael Reichel/dpa
Schmierereien, Beschädigungen und Diebstähle gehören entlang der Thüringer Wanderwege zum Alltag. Wie die Situation ist und welche Wege häufiger betroffen sind als andere.

Vandalismus an Wanderwegen und der dazu gehörenden Infrastruktur ist ein Ärgernis für viele Menschen in Thüringen. «Insgesamt handelt es sich nach unserer Einschätzung um ein eher punktuelles, aber wiederkehrendes Problem», erklärte Susann Eberlein für den Regionalverbund Thüringer Wald. «Vereinzelt treten aber auch Fälle von erheblicher Zerstörungswut auf.» So sei etwa am Borstenplatz auf dem Rennsteig, wo ein Gedenkstein an den Komponisten Herbert Roth erinnert, ein Panoramafenster eingeschlagen worden.

Besonders teuer würden Schäden, wenn neben Materialkosten auch Arbeitszeit anfalle, so Eberlein. So habe sich etwa in Bad Liebenstein die Beseitigung von im Spätsommer 2025 entstandenen Schäden an der Wanderwegbeschilderung, Bänken und weiteren Einrichtungen auf einen vierstelligen Betrag summiert. Deutlich häufiger seien Schmierereien und Aufkleber. Es kämen aber auch Beschädigungen an Wanderweg-Schildern, Bänken, Tischen und Wanderhütten vor. Vereinzelt würden Wander- oder Hinweisschilder auch gestohlen.

Wegweiser, Tische und Bänke beschädigt

Die Probleme bestehen nicht nur im Thüringer Wald, sondern auch in der Rhön. In der Vergangenheit seien unter anderem Wegweiser mutwillig verbogen worden, sodass sie in eine andere Richtung zeigten, berichtete Alexander Martin von der Rhön GmbH. Auch Wegmarkierungen würden verbogen oder gestohlen, Infotafeln, Schutzhütten, Ruhebänke immer wieder mit Textmarkern bekritzelt. Besonders betroffen seien gut frequentierte Orte wie der Schlosspark in Meiningen oder das «Hochrhöner Portal» in Bad Salzungen. «Je weiter die Infrastruktur von den Städten weg ist, desto weniger mutwillige Beschädigungen liegen vor.» 

Möglicherweise ist das ein Grund, warum etwa aus dem Nationalpark Hainich nur wenige Vandalismus-Probleme gemeldet werden. «Grundsätzlich ist Vandalismus bei uns kein ernsthaftes Problem und tritt nur sporadisch auf», erklärte Jens Wilhelm, Revierleiter bei der Nationalparkverwaltung Hainich. Vereinzelt sei es vorgekommen, dass die hölzernen Wanderweg-Schilder entwendet wurden. Größere Fälle habe es jedoch bislang nicht gegeben.

Stempelstellen für Wanderer oft nicht nutzbar 

Besonders von Vandalismus betroffen scheinen aktuell die Stempelstellen des Wanderprojekts «Touringen», das unter anderem von der Funke-Mediengruppe und der Thüringer Tourismus GmbH ins Leben gerufen wurde. Durch das Sammeln von Wanderstempeln soll das aktive Wandern im Thüringer Wald gefördert werden. Sowohl im Nationalpark Hainich als auch in der Rhön würden immer wieder Stempelkissen und Stempel zerstört oder entwendet. Auf der Homepage des Projekts wird das Vandalismusproblem der vergangenen Monate ebenfalls thematisiert: Es sei Strafanzeige gestellt worden.

Was die Aufklärung der Taten angeht, geben die bisherigen Erfahrungen wenig Grund zur Hoffnung: Nur in den wenigsten Fällen hätten die Täter ermittelt werden können, hieß es übereinstimmend. Die Verantwortlichen appellierten an die Vernunft: Viele engagierte Menschen und die Kommunen trügen dazu bei, dass Einheimische und Gäste auf den Wanderwegen ein schönes Erlebnis in der Natur haben könnten, äußerte Antonia Sturm, Geschäftsführerin des Regionalverbands Thüringer Wald.

Es sei sehr bedauerlich, wenn diese Arbeit und die geschaffene Infrastruktur respektlos behandelt würden. «Reparaturen kosten die Gemeinden Zeit und Geld, das an anderer Stelle für die Pflege und Verschönerung unserer Wanderregion eingesetzt werden könnte. Deshalb wünschen wir uns mehr Wertschätzung - und dass jeder sein eigenes Verhalten in der Natur auch danach ausrichtet.»

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