Sandra Hüller: Aus Thüringen übers Jobcenter zur Schauspielschule
Die Schauspielerin Sandra Hüller hat auf Werbetour für ihren neusten Film in der US-Talkshow «Late Night» Halt gemacht – und den ungewöhnlichen Weg geschildert, über den sie in ihrer Jugend in Thüringen zur Schauspielschule fand. «Ich musste in ein Büro gehen, ein Jobcenter oder so, um herauszufinden, wie man Schauspielerin wird, weil es mir niemand erklären konnte», sagte sie zu Moderator Seth Meyers. «Ich komme aus einer Familie von Bauern, Webern und Pädagogen. Niemand hatte in irgendeiner Form etwas mit Kunst zu tun.» Hüller wurde 1978 im thüringischen Suhl geboren und wuchs in Oberhof und Friedrichroda auf. Ein Lehrer habe sie als Kind dazu motiviert, sich in ihrer Schule der Theatergruppe anzuschließen. Ihren Berufswunsch habe sie aber erst später entwickelt. «Ich wusste nicht, was ich werden wollte. Vielleicht Krankenschwester, das wäre auch toll gewesen.» Der Besuch eines Jugendtheaterfestivals in Berlin bewegte sie schließlich zur erfolgreichen Bewerbung an einer Schauspielschule in Berlin – mit Umweg über das Jobcenter. «Das war, bevor es das Internet gab», erzählte sie. «Sie hatten eine Art Computer, wo man Berufswünsche eingeben konnte, und irgendwo stand dort: Schauspieler.» Ab dem 1. Oktober ist Hüller in den deutschen Kinos in «Digger» an der Seite von Tom Cruise zu sehen. Den langjährigen Hollywood-Star, dessen Halbschwester sie in dem neuen Film spielt, sah sie in ihrer Jugend zum ersten Mal in «Top Gun» (1986) und «Days of Thunder» (1990). «Aber natürlich in synchronisierter Fassung», sagte sie. «Wir sprechen Deutsch. Ich wusste gar nicht, dass er Amerikaner ist, bis ich älter geworden bin.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenHüller lernte erst spät, dass Tom Cruise Amerikaner ist