Der Krieg im Nahen Osten bietet nach Einschätzung des Vorsitzenden der jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, Reinhard Schramm, auch eine Chance: Er verbinde mit diesem Konflikt die Hoffnung, dass es nach Jahrzehnten der Bedrohung des jüdischen Volkes durch den Iran nun zu einem Ende des dortigen Mullah-Regimes kommen werde, sagte Schramm der Deutschen Presse-Agentur. «Das System ist bereits stark geschwächt und das hilft dem iranischen Volk, seinen Widerstand zu erhöhen und dieses System letzten Endes zu beseitigen.»
Angst vor Anschlägen gewachsen
Von der Bundesregierung forderte Schramm vor diesem Hintergrund eine noch stärkere Unterstützung Israels und auch der USA, sagte Schramm. Zwar erkenne er an, dass sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sich bereits verhältnismäßig klar auf Seiten Israels und der USA gestellt hätten. Weil die Europäer aber in den vergangenen Jahren deutlich zu wenig getan hätten, um das iranische Atomprogramm zu stoppen, müssten sie noch deutlicher sagen, dass sie die Militärschläge unterstützten. «Ich denke, man sollte mit schlechtem Gewissen jetzt mehr tun», sagte Schramm. Das gelte insbesondere für Deutschland, weil mit den Militärschlägen auch die Sicherheit tausender jüdischer Familien verteidigt werde, die deutsche Wurzeln hätten.
Für die Juden in Thüringen und Deutschland birgt der neuerliche Krieg im Nahen Osten nach Einschätzung Schramms aber auch weitere Risiken. «Natürlich haben die Juden das Gefühl, dass die Gefahr wächst», sagte Schramm. Es sei zu befürchten, dass der Iran mit Anschlägen in Deutschland auf den Krieg reagiere. «Diese Gefahr spüren wir.» Es sei deshalb richtig, dass auch in Thüringen der Schutz jüdischer Einrichtungen durch die Polizei verstärkt worden sei.
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