Thüringer Pharmazeuten ärgern sich über die Reformpläne für Apotheken der Bundesregierung. «Wir brauchen eine Reform, die auf die Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker als Heilberuf am Patienten setzt und nicht auf digital ferngesteuerte Arzneimittelausgabestellen», kritisierte der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbands, Stefan Fink. Er äußerte sich vor Protestkundgebungen von Apotheken in Erfurt und Dresden. Die Apotheken bräuchten wirtschaftliche Planungssicherheit, so Fink weiter.
Immer weniger Apotheken
Die Zahl der Apotheken geht laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) seit längerem zurück. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gab es deutschlandweit noch 17.288 und damit 283 weniger als zum Jahreswechsel. Zu den Gründen zählen auch Fachkräftemangel und Abwanderungsbewegungen aus ländlichen Regionen. Zudem würden Apothekenneugründungen wirtschaftlich uninteressanter, kritisiert etwa der Deutsche Apothekerverband. Das Apothekerhonorar müsse angepasst werden.
Lage in Thüringen
Auch in Thüringen sinkt die Zahl der Apotheken seit Jahren, Ende 2023 gab es ABDA zufolge hier noch rund 500. Daraus ergaben sich rechnerisch 23 Apotheken je 100.000 Einwohner. Damit hat Thüringen aber eine vergleichsweise hohe Apothekendichte.
Bundesweit lag der Wert bei 21, nur in Sachsen-Anhalt und dem Saarland war er mit 26 Apotheken je 100.000 Einwohner höher. Die rot-rot-grüne Landesregierung bezuschusst die Niederlassung von Apothekern in ländlichen Regionen mit bis zu 40.000 Euro.
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