Bei einer Kundgebung gegen die geplante Schließung des Zalando-Standortes in Erfurt haben sich Mitarbeiter, Gewerkschafter aber auch prominente Politikvertreter Luft gemacht. Vor allem der Umgang des Internet-Modehändlers mit der Belegschaft und dem Betriebsrat stand dabei im Mittelpunkt der Kritik. «Der hat bei der letzten Betriebsversammlung einen neuen Tiefstand erreicht: Da war von der Geschäftsleitung gar keiner mehr da», sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Matthias Adorf bei dem Protest vor dem Erfurter Hauptbahnhof.
Es gehe nicht nur um Arbeitsplätze
Gewerkschaftssekretär Adorf betonte, dass es nicht nur um Arbeitsplätze gehe, sondern auch um Biografien. Als er selbst vor einigen Jahren bei Zalando gearbeitet habe, habe er dort seine heutige Ehefrau kennengelernt. «Das ist nicht die einzige Zalando-Ehe, die es hier in Erfurt gibt.»
Im Zalando-Logistikzentrum in Erfurt sind rund 2.700 Arbeitnehmer beschäftigt. Nach den Plänen des Dax-Konzerns soll es im September geschlossen werden. Dagegen wehrt sich die Arbeitnehmervertretung. Den für Mitarbeiter überraschenden Schritt hatte Zalando Anfang des Jahres kurz nach der arbeitsintensiven Weihnachtszeit angekündigt.
Grund ist nach Unternehmensangaben eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You im vergangenen Jahr.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten