Erkältung, Grippe und Co: Wie sieht es in Thüringen aus?
Die Erkältungs- und Grippesaison steht bevor: Erste Menschen sind bereits erkrankt und in den kommenden Wochen und Monaten dürfte der Andrang in den Thüringer Praxen wieder stark steigen. «Wir sehen eine leichte Zunahme an Erkältungskranken», sagt der Vorsitzende des Thüringer Hausärzteverbands, Ulf Zitterbart. In seiner Praxis gab es bisher noch keinen Fall, so Zitterbart. Doch im Freistaat sind zuletzt bereits vereinzelt Menschen an Grippe erkrankt. In den vergangenen vier Meldewochen waren das pro Woche jedoch jeweils weniger als zehn Erkrankte, wie es vom Thüringer Gesundheitsministeriums heißt Auch die Zahl der Arztbesuch wegen Atemwegserkrankungen ist demnach noch auf einem niedrigen Niveau - jedoch bereits mit leicht steigender Tendenz. Für ein starkes Immunsystem seien vor allem gesunde Ernährung mit Gemüse und etwas Obst wichtig, sagt Hausarzt Zitterbart. Zudem rät er dazu, herauszugehen und sich zu bewegen. Da es abends inzwischen rasch kälter werde, sollte man zudem an die warme Kleidung denken, damit man sich nicht unterkühlt. Sowohl gegen Corona als auch Influenza sind laut Gesundheitsministerium Impfstoffe verfügbar. Diese werden demnach derzeit ausgeliefert. «Es gibt derzeit keine Anzeichen für einen Versorgungsengpass in der Saison 2026/2027», teilte das Ministerium mit. Im Frühjahr bestellen die Arztpraxen verbindlich für die kommende Impfsaison bei den Apotheken die Grippeimpfstoffe vor, wie es von der Thüringischen Kassenärztlichen Vereinigung heißt. Da in jeder Saison andere Grippeviren auftreten, muss eine Impfung gegen Influenza jedes Jahr erneuert werden. Die Impfstoffe werden jährlich angepasst. Grundsätzlich kann man sich natürlich in den Arztpraxen impfen lassen. Doch der Kreis der Impfstellen wächst. So bieten etwa auch einige Thüringer Gesundheitsämter Grippeschutzimpfungen an, heißt es vom Gesundheitsministerium. Auch in einigen Apotheken kann man sich im Freistaat impfen lassen. «Hier in Thüringen sieht es bisher sporadisch aus», sagt der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbands, Stefan Fink. Von den rund 470 Apotheken bieten ihm zufolge etwa ein dutzend das bisher an. Das Einrichten des Angebots ist demnach erst einmal mit Aufwand verbunden - sowohl räumlich als auch personell. Doch künftig dürfen ihm zufolge Apotheken ihr Impfangebot erweitern und auch Impfstoffe wie FSME verimpfen. Außerdem soll der Kreis derer, die impfen dürfen, steigen. Laut Kassenärztlicher Vereinigung gibt es die meisten Influenza-Fälle in den Wintermonaten Dezember und Januar, teils auch im Februar. Für eine Impfung eignet sich demnach der Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. «Wer sich frühzeitig impft, baut den Schutz vor einem schweren Grippe-Verlauf oder einer Infektion rechtzeitig auf», erklärt die Vorsitzende Annette Rommel. Der Körper braucht demnach zwischen zehn und 14 Tage, um einen vollständigen Impfschutz aufzubauen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine jährliche Impfung gegen Influenza unter anderem Menschen ab 60 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen sowie Schwangeren. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenGibt es schon Grippefälle?
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