Erfurt (dpa/th) -Viele Menschen, die an der Erschöpfungskrankheit ME/CFS leiden, fühlen sich von Sozialverwaltungen und Politik im Stich gelassen. «Da ist fast kein Wissen da, wenn es um die Krankheit geht», sagte Stefan von Rein vom Vorstand des Vereins «Selbsthilfe für ME in Thüringen». Zwar könne die Thüringer Landespolitik kaum dazu beitragen, dass das Krankheitsbild besser erforscht werde. «Aber die Behörden des Landes und bei den Kommunen für die Krankheit zu sensibilisieren, das ist ein Landesthema.» Für viele Betroffene sei es Alltag, dass sie nicht ernst genommen würden. Auch bei Mitarbeitern von Krankenkassen gebe es ein erhebliches Wissensdefizit.
Mitglieder und Unterstützer des Vereins haben in Erfurt mit einer Socken-Aktion auf das Leid von ME/CFS-Betroffenen aufmerksam gemacht. An Wäscheleinen hängten sie 15.000 Socken auf, die symbolisch für die geschätzt 15.000 Betroffenen im Freistaat stehen sollen. ME/CFS-Erkrankte leiden unter ungewöhnlich großer Erschöpfung. Sie sind oft kaum noch in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Immer wieder berichten Betroffene etwa, dass sie schon nach einem kurzen Gang in den Supermarkt so erschöpft sind, dass sie sich danach stundenlang auf dem Sofa oder im Bett erholen müssen.