In Thüringen hat am Montag die 20. Stiftungspraxis ihren Betrieb aufgenommen. Ab sofort versorgt in Gräfentonna im Kreis Gotha eine neue Hausarztpraxis die Patienten, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen mit. Zuvor hatte die Gemeinde die federführende Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen (SAVTH) bei der Immobiliensuche unterstützt. Die Bürger des Dorfes halfen bei der Sanierung des Gebäudes, heißt es weiter. Die 2009 von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) und dem Freistaat gegründete SAVTH übernahm demnach die technische Ausstattung der Praxis.
In Stiftungspraxen lernen Mediziner als Angestellte die Praxisführung und können sich so auf die eigene Niederlassung vorbereiten. Die Übernahme ist für die Mediziner allerdings keine Pflicht, sie können auch längerfristig als Angestellte arbeiten. Damit reagiert die Stiftung auf den bei Ärzten zunehmenden Wunsch nach Anstellungsverhältnissen.
Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk lobte das gemeinschaftliche Engagement: «Nur, wenn wir alle am gleichen Strang ziehen, können wir die beste medizinische Versorgung in allen Teilen Thüringens sichern. Dafür braucht es Austausch, Beratung und funktionierende Konzepte, wie die Stiftungspraxen», sagte die SPD-Politikerin.