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Sachsen: Fruchtblase in 20. Woche geplatzt – Geburt nach 15 Wochen im Uniklinikum Jena

Sachsen: Fruchtblase in 20. Woche geplatzt – Geburt nach 15 Wochen im Uniklinikum Jena
Mehrere Wochen konnte das Team am Uniklinikum die Schwangerschaft nach dem vorzeitigen Blasensprung aufrechterhalten, sodass am Ende die kleine Eva gesund zur Welt kommen konnte. (Symbolbild) / Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
Von: DieThüringer News
Eine ungewöhnliche und heikle Schwangerschaft haben Fachleute am Uniklinikum in Jena betreut. Warum die Geburt der kleinen Eva nicht nur die Familie in Sachsen so berührt.

Eine geplatzte Fruchtblase ist in vielen Filmen das Zeichen für eine kurz bevorstehende Geburt. Für eine Schwangere aus Sachsen hat der viel zu frühe Blasensprung allerdings zu einem wochenlangen Aufenthalt im Universitätsklinikum in Jena geführt, der aber als «absoluter Glücksfall» endete, wie Oberärztin Janine Zöllkau laut Mitteilung erklärte. Denn die Geburt konnte hinausgezögert werden - und die kleine Eva kam gesund zur Welt. 

Die Fruchtblase der Frau war bereits in der 20. Schwangerschaftswoche geplatzt und somit lange vor dem errechneten Entbindungstermin und vor Einsetzen der Wehen. Gleich einem «Drahtseilakt» sei es dem Team der Klinik für Geburtsmedizin und dem Team der Sektion Neonatologie der Jenaer Kinderklinik aber gelungen, die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten – und zwar 15 Wochen lang bis zur Geburt der kleinen Eva.

«In der 20. Woche wäre das Baby nicht lebensfähig gewesen», sagte Zöllkau, Oberärztin der Klinik für Geburtsmedizin. Mit den Maßnahmen zur Erhaltung der Schwangerschaft könnten in der Regel einige Tage bis Wochen an Zeit gewonnen werden. «Dass wir um 15 Wochen verlängern konnten, ist eine Seltenheit.» 

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«Überragende Geduld der werdenden Mutter»

Gelungen sei dies durch aufmerksame Überwachung, antibiotische Therapien nach Bedarf, durch die Nervenstärke des medizinischen Teams und «natürlich durch die überragende Geduld der werdenden Mutter». Diese verbrachte auch lange Zeit getrennt von der Familie im sächsischen Crimmitschau. 

Zöllkau ordnete das Unterfangen weiter ein: «Die Zeit war besonders herausfordernd, da wir nach gesprungener Fruchtblase täglich abwägen mussten, ob die Schwangerschaft fortgesetzt wird, damit das Kind im Mutterleib eine Chance auf Wachstum und Reife hat, gegenüber der stets steigenden und wiederholten Infektionsgefahr des Kindes.»

Schließlich setzten die Wehen von selbst ein. «Das Mädchen kam gesund zur Welt und entsprach einem späten Frühgeborenen», sagte Stella Jähkel, Fachärztin der Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin. Wie andere Frühchen dieser Schwangerschaftswochen erhielt die kleine Eva nach der Geburt vor etwa einem Monat Atemunterstützung. 

«Ich wollte, dass alles für mein Baby getan wird»

Um ein Infektionsrisiko zu verringern, bekam sie zudem eine Antibiotika-Therapie. Elf Tage nach der Geburt konnte Eva den Angaben zufolge schließlich mit ihren Eltern nach Hause. Dort habe sie bereist ihre beiden älteren Geschwister kennengelernt.

Evas Mutter zeigte sich laut Mitteilung des Uniklinikums sehr dankbar und glücklich: «Ich wollte, dass alles für mein Baby getan wird und das haben sie. Ich habe Küsschen während der Geburt verteilt und mich immer in guten Händen gefühlt», wird sie zitiert. «Dass alles so gut verlaufen ist, bewegt auch uns», so Oberärztin Zöllkau.

Jedes Jahr kommen laut Bundesverband Frühgeborene etwa 60.000 Kinder vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche und damit zu früh zur Welt.

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