Zwei Jahre nach einer Landtagsinitiative zur Verbesserung der Situation von Betroffenen gibt es in Thüringen weiterhin kein Verzeichnis von spezialisierten Ärzten zur Behandlung der Erschöpfungserkrankungen ME/CFS und Long Covid. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linke-Landtagsabgeordneten Lena Saniye Güngör hervor. «Ein Ärzteverzeichnis besteht derzeit nicht», heißt es in der Antwort. Das gilt auch für eine Kampagne zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die besonderen Probleme der Erkrankten. Eine solche Aufklärungskampagne sei «nicht angedacht», teilt das Ministerium in der Antwort mit.
ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom und ist eine schwere Krankheit, die besonders nach einer Infektion auftreten kann. Das Thema wurde einer breiten Öffentlichkeit vor allem in der Corona-Pandemie bekannt. Vier Wochen nach einer Corona-Infektion weiterbestehende oder neu auftretende schwere Beschwerden wie Erschöpfung und Atemnot werden Long Covid genannt. Ab einem Zeitraum von zwölf Wochen lautet der Begriff für die Spätfolgen Post Covid.