Die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) hat Pläne der Bundesregierung zu Verschärfungen bei der Krankschreibung heftig kritisiert. «Die Regierung verspricht mit ihren Reformen Aufschwung und Beschäftigung. Doch was die Koalition plant, ist ein Affront gegen die niedergelassenen Ärzte», teilte Annette Rommel auf dpa-Anfrage mit.
Die Koalition aus Union und SPD möchte Deutschland mit einem Reformpaket aus der Wirtschaftskrise führen. Eine Idee dafür: Die Möglichkeit, sich telefonisch auch ohne Praxisbesuch krankschreiben zu lassen, soll abgeschafft werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) soll schon am ersten Krankheitstag verpflichtend vorgelegt werden. Ausnahmen sollen auf Betriebsebene möglich sein, betonte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Rommel geht aus, dass mit diesen Plänen Mehr-Beschäftigung in den Praxen hängen bleiben werde: «Wer die Telefon-AU streicht und eine Krankschreibung ab dem ersten Tag fordert, entfacht ohne jede Not einen Run auf die Praxen.» Analysen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigten, dass nur ein Bruchteil aller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Telefon ausgestellt werde.