Opfer von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen haben in Thüringen die neue Möglichkeit einer vertraulichen Spurensicherung im Universitätsklinikum Jena genutzt. Im ersten Halbjahr sei in sechs Fällen eine anonyme Spurensicherung vorgenommen worden, ausschließlich bei weiblichen Opfern, teilte das Thüringer Sozialministerium auf Anfrage in Erfurt mit. In weiteren fünf Fällen hätten sich Betroffene persönlich oder beispielsweise über die Opferhilfeorganisation Weißer Ring in der Universitätsklinik gemeldet und beraten lassen.
Nach Angaben von Sozialstaatssekretärin Tina Rudolph wurde die Möglichkeit der anonymen Spurensicherung Ende 2024 durch Verträge mit den Krankenkassen in der Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Jena geschaffen. Es gehe dabei um die Beweissicherung in Fällen sexualisierter Gewalt und bei Misshandlungen. Opfer müssten nicht sofort Anzeige erstatten - die Proben zur rechtssicheren Beweissicherung würden mindestens drei Jahre aufbewahrt. Viele Opfer scheuen sich, die Vorfälle direkt anzuzeigen.