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«Leider falsche Branche»: Haftstrafen nach Drogenküchen-Fund

«Leider falsche Branche»: Haftstrafen nach Drogenküchen-Fund
In dem Prozess ging es auch um eines der größten bis zur Aushebung bekannte illegale Drogenlabor in Deutschland. (Archivbild) / Foto: Marie Frech/dpa
Von: DieThüringer News
Sie ließen in einer Erfurter Drogenküche große Mengen Crystal Meth produzieren - und handelten auch mit reichlich Cannabis. Wie das Landgericht Erfurt über die Drogenbande urteilte.

Sie hatten internationale Verbindungen, ein logistisches Netzwerk, organisatorisches Talent und eine eigene professionelle Produktionsstätte. Doch tätig waren die Männer in der «falschen Branche», wie der Vorsitzende Richter Peter Andres in der Begründung zum Urteil im Prozess um ein großes Crystal-Meth-Drogenlabor in Erfurt sagte. Laut Experten war es damals das größte Labor für diese synthetische Droge in Deutschland. 

Am Landgericht Erfurt angeklagt waren drei Männer im Alter von inzwischen 38, 42 und 45 Jahren. Verurteilt wurden sie jeweils zu Gesamtfreiheitsstrafen von 6 Jahren, 13 Jahren und 6 Monaten sowie 14 Jahren. Sie hatten sich im Prozess überwiegend und weitgehend geständig gezeigt.

Die Angeklagten haben sich laut Urteil unter anderem in mehreren Fällen des Handels mit Cannabis und mit anderen Drogen im großen Stil schuldig gemacht - beziehungsweise der Beihilfe dazu. Teils hätten sie als Bande agiert. Es ging um einen Zeitraum von etwa Mitte 2020 bis Februar 2022. In einer professionell eingerichteten großen Drogenküche in Erfurt sollen mindestens 40 Kilogramm Methamphetamin produziert worden seien - bekannt als Crystal Meth. 

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Drogenlabor-Fund großer Treffer für Ermittler

Ermittler hoben die Drogenküche im Februar 2022 aus. Nach damaliger Mitteilung der Polizei fanden sie dort 10 Kilogramm Crystal Meth (Methamphetamin) - und in einem Lager im Landkreis Sömmerda rund 100 Kilogramm Marihuana. Im Labor vorrätige Grundstoffe hätten aber zur Produktion von bis zu einer Tonne Methamphetamin gereicht, hieß es damals.

Spätere Auswertungen der gefundenen Abfälle durch das Bundeskriminalamt hatten laut Gericht ergeben, dass bereits etliche Kilogramm Meth in dem Labor produziert worden sein mussten, die nicht mehr aufzufinden waren. 

Auch erfahrene Chemiker des Bundeskriminalamts waren damals an dem mehrere Tage dauernden Einsatz in Erfurt beteiligt. Ihrer Einschätzung nach war es das größte Methamphetamin-Labor, was sie bis zu jenem Zeitpunkt gesehen hatten, hatte das Landeskriminalamt mitgeteilt.

Selbst Richter zeigt sich beeindruckt

Der Vorsitzende Richter Andres sprach bei der Urteilsbegründung von einer «gewissen Hochachtung» vor dem, was die Angeklagten «hochgezogen haben.» Es habe sich zwar nicht um eine perfekte, aber um eine vollfunktionsfähige Anlage zur Produktion von Methamphetamin mit guter Qualität gehandelt. 

Was die beiden Hauptangeklagten auf die Beine gestellt hatten, sei zwar «leider in der falschen Branche», aber «schon bemerkenswert» gewesen, so Andres. Gleichzeitig betonte er, dass das Vorgehen auch von einer erheblichen kriminellen Energie gezeichnet gewesen sei.

Alle schon einschlägig vorbestraft

Jeweils sechs Monate der Haftstrafen gelten bereits als vollstreckt. In das Strafmaß eingeflossen sind auch Urteile aus einem früheren Drogen-Prozess gegen die Männer; in dem es um andere Taten ging. Leider sei es nicht gelungen, jenen Prozess mit dem nun beendeten zusammenzuführen, räumte der Vorsitzende Richter ein. 

Die Staatsanwaltschaft hatte im aktuellen Prozess etwas längere Gesamtfreiheitsstrafen gefordert, die Verteidiger kürzere. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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