Über Jahre hinweg hat sich ein damaliger Lehrer eines Erfurter Gymnasiums an Schülerinnen vergangen und ist deshalb zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Erfurt sah es als erwiesen an, dass der heute 58-Jährige sich als Lehrer in 69 Fällen an drei Schutzbefohlenen vergangen hat. Dabei ging es um Fälle im Zeitraum von 2013 bis 2025. Alle drei Opfer traten in dem Prozess als Nebenklägerinnen auf. Sie waren bei Beginn der Taten im jugendlichen Alter.
Nebenklägerinvertreterin: «Ein Zeichen setzen»
Nach der Verhandlung erklärte Rechtsanwältin Antonia Sturma auch im Namen ihrer Mandantin - die heute erwachsene erste betroffene damalige Schülerin: «Wir wünschen uns, mit dem Urteil ein Zeichen setzen zu können, dass Betroffene von institutionalisiertem Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt auch noch nach vielen Jahren eine Stimme finden können.»
Auf die Spur des 58-Jährigen waren die Ermittler wegen eines anderen Missbrauchsfall eines damaligen Lehrerkollegen an derselben Schule gekommen. Diesen hatte das Landgericht Erfurt bereits Ende Oktober vergangenen Jahres wegen des langjährigen Missbrauchs einer Schülerin zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Das Opfer in diesem Verfahren hatte sich laut Gericht dem nun Verurteilten anvertraut. Doch dieser habe statt zu helfen pornografische Bilder von ihr verlangt, so Pröbstel. Mit ihr gebe es eigentlich ein viertes Opfer. Doch dieses Verfahren sei nach entsprechender Möglichkeit der Strafprozessordnung eingestellt worden.