Nur einen Tag bevor er im niedersächsischen Friedland eine 16-Jährige gegen einen Zug gestoßen haben soll, ist der mutmaßliche Täter in der Psychiatrie gewesen. Das bestätigte das niedersächsische Gesundheitsministerium auf Anfrage. Zuerst hatte die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» darüber berichtet.
Nach Ministeriumsangaben hatte sich der 31 Jahre alte Iraker am 10. August freiwillig in Göttingen in ärztliche Behandlung begeben. Es habe sich um einen ambulanten Aufenthalt gehandelt. Er sei gegen den Rat der Ärzte entlassen worden. Da laut Klinik keine Fremd- oder Eigengefährdung vorlag, war dies möglich.
Einen Tag später soll der Mann die aus der Ukraine stammende Jugendliche gegen einen mit Tempo 100 durchfahrenden Güterzug gestoßen und so getötet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Göttingen wurden an der Schulter des Opfers DNA-Spuren des Verdächtigen gefunden. Die 16-Jährige war 2022 mit ihrer Familie aus der Ukraine ins thüringische Geisleden geflüchtet.