Während der Fußballeuropameisterschaft zeigt die Gedenkstätte Buchenwald im thüringischen Weimar eine besondere Ausstellung. Sie nimmt die EM zum Anlass, um erstmals die Verbindung zwischen Fußball und dem Konzentrationslager Buchenwald aufzugreifen, wie die Stiftung hinter der Gedenkstätte mitteilte.
Das Thema Fußball im KZ sei zwiespältig, sagt Rikola-Gunnar Lüttgenau, Sprecher der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. «Für die Häftlinge konnten Fußballspiele im Lager - als Spieler und als Zuschauer - eine Möglichkeit sein, dem Grauen für eine kurze Zeit zu entfliehen. Demgegenüber nutzte die SS die Spiele dazu, den verbrecherischen Charakter des Lagers zu vertuschen», so Lüttgenau.
Konkret richtet die Gedenkstätte für die Outdoor-Ausstellung etwa den Blick auf Inhaftierte des Konzentrationslagers, darunter auch Profispieler und Vereinsfunktionäre. Einer davon war der spätere Vizepräsident der UEFA, Josef Gerö (1896-1954). Er war von September 1938 bis Juli 1939 im KZ Buchenwald inhaftiert. Später wurde er österreichischer Justizminister, Präsident des Österreichischen Fußballbundes und des Österreichischen Olympischen Comités. Dagegen kehrten berühmte Fußballer, wie etwa die ehemaligen Nationalspieler aus Frankreich und Ungarn, Eugène Maës und Henrik Nádler, aus dem KZ nicht mehr zurück, wie es von der Gedenkstätte hieß.