Thüringer Bibliotheken sind bei der technischen Ausstattung noch nicht immer auf der Höhe der Zeit. Wie aus dem neuen Bibliotheksentwicklungsplan hervorgeht, verfügten 2022 weniger als die Hälfte der öffentlichen Bibliotheken über eine IT-Ausstattung. Knapp ein Drittel der Einrichtungen bot WLAN an, wie aus dem am Mittwoch in Marksuhl (Wartburgkreis) vorgestellten Strukturpapier hervorgeht.
Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sei heutzutage jedoch unabdingbar, hieß es dazu. Um die öffentlichen Bibliotheken zu digitalen Orten zu entwickeln, brauche es unter anderem die Anbindung an leistungsfähiges Internet, kostenfreies WLAN und moderne Bezahlsysteme.
«Öffentliche Bibliotheken spielen eine entscheidende Rolle in der Bildungs- und Kulturinfrastruktur Thüringens», betonte Kulturstaatssekretärin Tina Beer. Sie dienten nicht nur als Orte der Buchausleihe, sondern als lebendige Begegnungsstätten, die Zugang zu Wissen, Bildung und Information ermöglichten.
Im Freistaat gibt es den Angaben nach 243 Bibliotheksstandorte. Rund 1,75 Millionen Thüringerinnen und Thüringer hätten damit in ihrem nahen Umfeld Zugang zu einer öffentlichen Bibliothek. Gleichzeitig seien jedoch für fast 17 Prozent der Bevölkerung eine Bibliothek zu weit entfernt, um im Alltag erreichbar zu sein.