Deutsches Optisches Museum in Jena wird teurer und eröffnet voraussichtlich 2028
Sie ist ein wichtiger Industriezweig in Deutschland und gehört nicht nur als Brille oder Smartphone-Kamera zum Alltag vieler Menschen: die Optik. Ihre Wurzeln hat die industrielle Nutzung des Lichts dank des Unternehmers Carl Zeiss in Jena. In der Thüringer Industrie- und Universitätsstadt entsteht derzeit ein ambitioniertes Museumsprojekt. Das neue Deutsche Optische Museum - es wird teurer und die Eröffnung verschiebt um etwa ein Jahr. Nun ist das Projekt nach Angaben von Gründungsdirektor Timo Mappes in eine wichtige Phase gestartet. Das Museumsprojekt will Alt und Neu kombinieren. Nach Angaben von Mappes sind jetzt die Voraussetzungen für den Start des Neubaus geschaffen worden. Nach Problemen mit dem Baugrund, der die Eröffnung des Museums voraussichtlich um etwa ein Jahr auf Herbst 2028 verschieben werde, gehe es im Herbst mit der Bodenplatte an den Neubau. Die Elemente für die Glasfassade, eine Inszenierung aus Farbe und Licht, werde bereits gefertigt. «Es handelt sich um mundgeblasenes Flachglas, dessen Fertigung seit 2023 von der Unesco als Immaterielles Weltkulturerbe anerkannt ist», sagte Mappes. «Wir hoffen, dass Ende dieses Jahres die Fassade geschlossen werden kann.» Die alte Optikerschule, die durch den Neubau ergänzt wird, erfahre eine aufwendige Sanierung und werde für ihren neuen Zweck hergerichtet. Dabei gehe es unter anderem um den historischen Hörsaal, der künftig für Vorlesungen und besondere Veranstaltungen genutzt werden soll. Es gehe um eine Kombination aus klassischem Museum und Sciencecenter - mit Möglichkeiten für Besucher, optische Effekte zu erleben oder zu experimentieren. «Besucher können historische Mikroskope nicht nur anschauen, sondern durchschauen.» Geplant seien viele interaktive Stationen. Es gehe etwa um das berühmte Experiment von Goethe zur Farbenlehre, oder es werde gezeigt, welche Spannung durch Brücken gehe. An einer Wand im Museum solle der Hauptspiegel des fliegenden SOFIA-Teleskops, einem Gemeinschaftsprojekt von NASA und Deutschem Zentrum für Luft und Raumfahrt, zu sehen sein. Flüge in die Stratosphäre mit dem Teleskop an Bord einer Boeing 747 waren 2022 vor allem aus Kostengründen eingestellt worden. Der Hauptspiegel wurde aus den USA nach Thüringen gebracht. Ursprünglich sollten 56,7 Millionen Euro in das Museumsprojekt fließen. Vor allem wegen des hohen Aufwandes mit der Sicherung der Baugrube mitten in der Stadt werden die Kosten nach Angaben des Gründungsdirektors nun mit 68,7 Millionen Euro veranschlagt. «Die Finanzierung des Gesamtprojektes ist gesichert», sagte der Jenaer Professor. «Klar, das ist viel Geld.» Im Kostenvergleich pro Quadratmeter Ausstellungsfläche etwa mit dem Naturkundemuseum Leipzig sei das Jenaer Projekt aber immer noch günstiger. Die Finanzierung erfolge knapp zur Hälfte durch Mittel vom Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss, der Zeiss- und der Abbe-Stiftung sowie von der Jenoptik AG. Geld komme vor allem vom Land Thüringen sowie der Stadt und dem Bund. Das Museum erhalte viele private Spenden, darunter «wirkliche Schätze». Mappes nannte eine große Brillensammlung aus Niedersachsen und historische Mikroskope aus der Schweiz. Mappes verwies auf einen weltweit einzigartigen Sammlungsbestand an optischen Instrumenten, darunter rund 1.200 Mikroskope, 1.400 Guckkastenbilder und frühe Gemälde zur Optik. Auch eine umfangreiche Fachbibliothek sowie das wahrscheinlich größte Glasarchiv der Welt gehörten dazu. Mehr als 100.000 Glasproben seien vom Glashersteller Schott (Mainz) übernommen worden. Das Unternehmen hat wie Zeiss seine Wurzeln in Jena und produziert dort weiter. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWie entwickelt sich das Projekt Deutsches Optisches Museum?
Was ist mit dem historischen Teil des Museums?
Welches Konzept wird verfolgt?
Wie sieht die Finanzierung aus?
Optik hat in Jena Tradition - gibt es eigene Sammlungen?