1999 war Weimar Kulturhauptstadt Europas geworden. Knapp sieben Millionen Gäste besuchten die damals rund 60.000 Einwohner zählende Kleinstadt laut Abschlussberichts des Kulturstadtjahrs. Doch nicht nur touristisch machte sich das Großereignis bemerkbar. Die Klassikerstadt habe ihr Image mit den etwa 1.000 Veranstaltungen zum Kulturstadtjahr entstauben können, hieß es im Bericht weiter. Immerhin reihte sich das überschaubare und nahe des ehemaligen KZ Buchenwald gelegene Weimar damit in die Ränge von früheren Kulturhauptstädten wie Paris und Athen ein.
Der Status brachte aus heutiger Sicht der Stadtverwaltung einen Modernisierungsschub mit sich: Straßen wurden saniert, auch Teile des heutigen Unesco-Welterbes, das Stadtschloss, das Goethe-Nationalmuseum oder der Bauhaus-Musterbau «Haus am Horn» wurden auf Vordermann gebracht. «Weimar ist durch 1999 internationaler und weltoffener geworden», lautet die Essenz. «Geblieben ist nach Meinung vieler auch die Verortung des Vermächtnisses von Buchenwald und der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Selbstverständnis der Stadt», so Pressesprecher Andy Faupel.