Manche Bücher kommen nicht einfach zurück, sie steigen wieder auf – selbst aus einem längst versunkenen Staat. Gerti Tetzners literarische Wiederkehr begann vor ziemlich genau einem Jahr mit der gefeierten Neuauflage ihres Romans «Karen W.», der 1974 in der DDR erschien, dort ein Erfolg mit Zehntausenden verkauften Exemplaren war und lange vor der Wende auch im Westen mehrfach aufgelegt wurde.
Nicht weit vor Tetzners 90. Geburtstag im November setzt sich diese Wiederentdeckung fort: Mit «Gegen Wind», dessen Veröffentlichung die DDR-Staatssicherheit einst verhinderte (der damals geplante Titel: «Die Oase»), erscheint ein weiterer Roman aus ihren aktiven Jahren als Schriftstellerin.