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Goethe-Medaille in Weimar an Arvo Pärt, Anita Raja und Prodromos Tsinikoris

Goethe-Medaille in Weimar an Arvo Pärt, Anita Raja und Prodromos Tsinikoris
Die Goethe-Medaille ist in Weimar an drei Kulturschaffende mit besonderem Bezug zu Deutschland verliehen worden. / Foto: Bodo Schackow/dpa
Von: DieThüringer News
Drei Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Kulturbereichen erhalten dieses Jahr die hohe Auszeichnung in Weimar. Welche besonderen Verbindungen zu Deutschland die Geehrten haben.

Der estnische Komponist Arvo Pärt, die italienische Übersetzerin Anita Raja und der griechische Theaterregisseur Prodromos Tsinikoris sind in Weimar mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet worden. «Alle drei stehen für ein europäisches Verständnis von Kultur als verbindende Kraft, die Grenzen überwindet und unterschiedliche Stimmen miteinander ins Gespräch bringt», teilte dazu das Goethe-Institut mit. Die Medaille gilt als wichtigster Preis der auswärtigen Kulturpolitik und ist ein offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland.

Das Schaffen der drei Geehrten sei «in besonderer Weise mit Deutschland verbunden», erklärte die Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost. Pärt lebte viele Jahre in Berlin, als seine Werke in der damaligen Sowjetunion verboten wurden. «Seine Kompositionen berühren Menschen auf der ganzen Welt durch ihre eigene Klangwelt», so Joost. Der 90-jährige Pärt nahm selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verleihung teil. Stellvertretend nahm sein Sohn den Preis für ihn entgegen.

Besondere Bezüge zu Deutschland

Raja ist die Tochter einer vor den Nationalsozialisten nach Italien geflohenen Jüdin. Die Übersetzungen Rajas machten Joost zufolge besonders ostdeutsche Autorinnen wie Christa Wolf in Italien bekannt. Als Kind einer griechischen Arbeiterfamilie wuchs Prodromos Tsinikoris in Wuppertal auf. Als Dramaturg, Regisseur und Schauspieler verknüpfe er Griechenland und Deutschland über Themen wie Migration und soziale Ungleichheit, fasste Joost zusammen.

Auch der Vorsitzende der Kommission zur Verleihung der Medaille 2026, Thomas Oberender, würdigte die Geehrten: «Sie machen Stille hörbar, tragen Stimmen über Sprachgrenzen und geben denen eine Bühne, die aus der Geschichte zu verschwinden drohen.» 

Das Goethe-Institut verleiht die Medaille seit 1955. Sie wird traditionell am 28. August in Weimar verliehen, dem Geburtstag des berühmten Dichters Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Die Geehrten werden von einer Kommission gekürt. Zu den mehr als 300 bisherigen Ordensträgern zählen etwa der Dirigent Daniel Barenboim und der britische Autor Ian McEwan.

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