Es ist ein kleine, aber hochpolitische Schau: In der Kunsthalle Erfurt sind ab Freitag Arbeiten des antifaschistischen Fotomontagekünstlers John Heartfield zu sehen. Heartfield (1891-1968) griff in seinen Arbeiten die Zeitgeschichte auf und schoss damit vor allem auch gegen die Nationalsozialisten. Wie «historische Memes» verdichteten die gezeigten Motive Botschaften auf Schlüsselbilder, sagte Patrick Rössler, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Erfurt am Donnerstag. Er initiierte die Ausstellung «33 Geistesblitze. Antifaschistische Fotomontagen von John Heartfield, 2024 neu gelesen» gemeinsam mit Michael Tallai, Geschäftsführer der Funke Medien in Thüringen. Bei den Drucken handelt es sich um Cover der «Arbeiter-Illustrierten-Zeitung» aus den Sammlungen von Tallai und Rössler.
Begleitet werden die 33 gezeigten Drucke aus der Zeit von 1930 bis 1938 von Kommentaren von Thüringer Persönlichkeiten. Politiker, Bischöfe, Unternehmer, Kulturschaffende und viele weitere Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen ordnen die Motive unter aktuellen Aspekten ein. Auch kritische Kommentare zu Heartfield sind zu finden: Als überzeugter Kommunist und KPD-Mitglied ist der Grafiker auch heute noch umstritten.