Logo DieThüringer News

Jadekanne aus Schloss Friedenstein kehrt nach Jahrzehnten nach Gotha zurück

Jadekanne aus Schloss Friedenstein kehrt nach Jahrzehnten nach Gotha zurück
Wer genau sie gefertigt hat und wo, ist unklar: Vermutlich aber wurde das wertvolle Jadegefäß vor hunderten Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands hergestellt. / Foto: Robert NiemzTorwart Manuel Neuer (Bayern München)Julius Fröbus GmbH/Friedenstein Stiftung Gotha/dpa
Nach Jahrzehnten kehrt ein kunstvoll gefertigtes Gefäß nach Gotha zurück. Was die Teekanne so besonders macht und über welche Umwege sie nun wieder auf dem Friedenstein kam.

Ein lange Zeit vermisstes Prunkgefäß ist wieder zurück in Gotha. Die wertvolle Jadekanne aus dem 17. Jahrhundert sei wohl kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gestohlen worden, teilte die Kulturstiftung der Länder mit. Das Gefäß habe sich davor seit 1656 in der fürstlichen Kunstkammer auf Schloss Friedenstein in Gotha befunden. Nun sei es gelungen, die Kanne aus hellgrünem Nephrit aus dem französischen Kunsthandel zurückzukaufen. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 50.000 Euro.

«Mit der Rückführung der Jadekanne kehrt ein zentraler Teil eines außergewöhnlichen Ensembles nach Gotha zurück», sagte Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder. Denn die Kanne gehört zu einem Tafelset, das sich in der Kunstkammer auf Schloss Friedenstein befindet. Dieses sei «in seiner Art in Deutschland einzigartig», so Regus.

Vogelkopf als Tülle, Löwe auf Deckel

Die etwa 20 Zentimeter hohe ovale und in Teilen vergoldete Kanne hat eine Tülle in Form eines Vogelkopfs. Den Deckel ziert die Miniatur eines aufrecht laufenden Löwens. Wer das Gefäß gefertigt hat, ist unklar. Vermutlich war es ein unbekannter Meister aus Nürnberg oder Augsburg, um 1600 bis 1630.

Die Kanne befand sich den Angaben nach nachweislich bis 1940 in der Gothaer Sammlung. Es wird vermutet, dass sie – wie viele andere Objekte der Sammlung – während der sowjetischen Besatzungszeit entwendet und verkauft wurde. Schließlich sei sie 1986 in den Pariser Kunsthandel und in den Privatbesitz eines Sammlers gelangt. In einem Verlustkatalog der Friedenstein Stiftung Gotha habe dieser die Kanne wiedererkannt und dem Händler zurückgegeben. Nach Verhandlungen zwischen einer Galerie und der Friedenstein-Stiftung konnte das Gefäß zurückgekauft werden.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten