Kristin Knebel neue Direktorin der Friedenstein Stiftung in Gotha – Finanzen und Besucherzahlen im Fokus
Die designierte neue Direktorin der Friedenstein Stiftung sieht sich großen Aufgaben gegenüber. «Ich sehe natürlich auch Herausforderungen, die auf uns zukommen vor dem Hintergrund der öffentlichen angespannten Haushalte», sagte die Kunsthistorikerin Kristin Knebel bei der Vorstellung als neue Leiterin der Einrichtung in Gotha. Diese wird vor allem von ihren Trägerinnen, dem Land Thüringen und der Stadt Gotha, finanziert. Bislang profitierte diese auch stark von Projektmitteln des Bunds, die aber 2027 auslaufen. Seitens der Stiftung wird derweil betont, dass Knebel «umfassende Kenntnisse und Erfahrungen» auch in der Drittmittelakquise mit nach Gotha bringt. Auch der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende, Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD), verwies auf die schwierige Finanzlage. Er formulierte eine deutliche Forderung: «Die Besucherzahlen müssen dramatisch in die Höhe gehen.» Die aktuellen seien zu niedrig für die Institution, dessen Herzogliches Museum Kreuch als «Louvre Thüringens» sieht. Mindestens 200.00 Gäste sollten es jährlich sein. Vor allem mehr Touristen müssten kommen. 140.000 Besucher zählte die Stiftung im vergangenen Jahr. Fragen danach, wie Knebel mehr Besucher auf den Friedenstein locken möchte, wurden bei der Vorstellung der Personalien nicht beantwortet. Im kommenden Jahr soll darüber informiert werden. Knebel wird ab 1. März die vierte Direktorin der 2004 gegründete Stiftung und damit verantwortlich für die Führung von rund 80 Mitarbeitenden sein. Die Vertragslaufzeit umfasst acht Jahre. Für die Aufgabe habe es etliche Bewerber gegeben. Um eine Person auszuwählen, sei eine Kommission aus Fachleuten aus ganz Deutschland ins Leben gerufen worden, so Kreuch. Gespräche habe es mit sechs Bewerbern gegeben, schließlich sei eine Kandidatin ausgewählt worden und der Stiftungsrat habe Knebel einstimmig zur neuen Leiterin der Stiftung gewählt. Knebel wird die Nachfolgerin von Tobias Pfeifer-Helke, dessen Vertrag regulär Ende Januar 2027 ausläuft. Er wolle sich anderen Aufgaben zuwenden, hieß es. Kenebel betonte bei ihrer Vorstellung ihre Verbundenheit zu Thüringen. 1969 in Weimar geboren, studierte und promovierte sie in Jena. Im Volontariat war sie am Herzog Anton-Ulrich Museum in Braunschweig: Die Sammlung dort sei – «wenn auch nicht ganz so groß» gut mit der in Gotha zu vergleichen, so Knebel. In Thüringen arbeitete sie unter anderem in der Klassik Stiftung Weimar und sie war Direktorin der Museen der Stadt Bamberg. «Ich hatte ein schönes Wirkungsfeld in Bamberg, aber es hat mich irgendwie wieder in die Heimat gezogen», sagte sie. Im vergangenen Jahr wurde sie Direktorin der Städtischen Museen Jena. Die Friedenstein Stiftung Gotha, zu der unter anderem das Herzogliche Museum, das Ekhof-Theater und das Naturkundemuseum im Gothaer Schlosskomplex gehören, ist neben der Klassik Stiftung Weimar einer der bekanntesten Kulturstiftungen in Thüringen. Das zwischen 1643 und 1654 als Herzogssitz errichtete Schloss Friedenstein gilt als größte frühbarocke Schlossanlage Deutschlands. Die Sammlungen der Stiftungen umfassen mehr als 1,1 Millionen Objekte aus Kunst- und Kulturgeschichte, aber auch naturwissenschaftliche Stücke gehören dazu. Gerade in letzteren sieht Knebel noch viel Potenzial. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenKreuch erwartet deutliches Besucherplus
Rund 80 Mitarbeiter unter sich
Enge Verbundenheit zu Thüringen
Riesige Sammlungen und historische Mauern