Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Andreas Froese, hat deutliche Kritik an der möglichen Wahl von AfD-Mann Jörg Prophet zum Landtagsvizepräsidenten geäußert. «Ein Landtagsvizepräsident Prophet wäre durchaus kein gutes Signal für den Zustand der Erinnerungskultur in diesem Land», sagte Froese bei einer Veranstaltung mit Journalisten in Nordhausen.
Bisher ist geplant, dass der Landtag in der kommenden Woche den noch offenen Posten besetzt. Die AfD hat den umstrittenen Nordthüringer Abgeordneten Jörg Prophet dafür nominiert. Die AfD gilt in Thüringen laut Verfassungsschutzbericht als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung.
Froese erklärte, nach wie vor würden AfD-Funktionäre von Gedenkveranstaltungen ausgeschlossen bleiben. Man wolle nicht den Überlebenden von NS-Verbrechen zumuten, mit Menschen zusammen zu sein, die diese Verbrechen relativierten oder sogar in Zweifel zögen, so Froese. Im April plant die Gedenkstätte eine Feier zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ. Dafür seien Überlebende eingeladen.