Erfurts aktuelle Stadtschreiberin hat den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis im österreichischen Klagenfurt gewonnen. Lena Schätte setzte sich bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur gegen 13 Mitbewerber durch, wie die Jury mitteilte. «Es ist ein Fiebertraum», sagte sie in einer ersten Reaktion auf ihren Sieg.
Die Auszeichnung der Stadt Klagenfurt ist dieses Jahr mit 30.000 Euro dotiert. Die 32 Jahre alte Autorin aus Nordrhein-Westfalen gewann das Wettlesen mit ihrem Text «Was wir tragen», in dem sie berührend, aber auch schonungslos die Freundschaft zwischen zwei übergewichtigen Hauptschülerinnen schildert, die sich als soziale Außenseiterinnen durchs Leben schlagen. Schätte erhielt auch den Publikumspreis.
Seit 1. April ist Schätte offizielle Stadtschreiberin Erfurts. Bis Ende ihres Stipendiums Ende Juli lebt sie laut Kulturdirektion in einer Wohnung in der Erfurter Altstadt. Sie arbeitet demnach in der Landeshauptstadt an einem Romanprojekt, das 2027 erscheinen soll.