Die Bundesregierung pocht auf eine unabhängige Arbeit der KZ-Gedenkstätten in Deutschland ohne Einmischung von außen. Dies machte der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner deutlich. Hintergrund ist Kritik der Gedenkstätte Buchenwald an israelischer Einflussnahme auf eine Gedenkfeier in Weimar. Auf Druck hin habe man die Rede des deutsch-israelischen Philosophen Omri Boehm verschoben, hatte Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner erklärt.
Zum Sachverhalt habe er «mit Blick auf die Unabhängigkeit der Gedenkstätte und ihrer Programmgestaltung hier nichts hinzuzufügen», sagte Vize-Regierungssprecher Büchner. Grundsätzlich wolle er jedoch sagen, dass die KZ-Gedenkstätten in Deutschland unentbehrliche Lernorte gegen das Vergessen seien und gerade bei jungen Menschen das Wissen über das Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus wach hielten.
«Das Gedenken, zu dem sie einladen und anregen, setzt voraus, dass sie ihre Arbeit in vollkommener Freiheit, ohne Bedrängung durch staatliche Institutionen oder gesellschaftliche Gruppen nachgehen können», sagte Büchner. «Das bedeutet, dass die Gedenkstätten auch ihre Gesprächspartner frei wählen können müssen.»