Die bereits mehrfach verlängerte Sonderausstellung zum «Entjudungsinstitut» im Lutherhaus Eisenach wird dauerhaft zu sehen sein. Die Entscheidung sei eine Reaktion auf Besucher-Wünsche, aber auch auf das Erstarken völkischer und antisemitischer Tendenzen, insbesondere in Thüringen, teilte die Stiftung Lutherhaus mit.
Mit dem 1939 gegründeten sogenannten Entjudungsinstitut wollten elf evangelische Kirchen alle jüdischen Einflüsse auf das Christentum und die Bibel beseitigen. Dazu sollten Mitarbeiter etwa jüdische Redewendungen, Namen oder Bilder aus der Bibel, aus Gesangsbüchern oder aus Kirchengebäuden entfernen. Auch Kirchenreformator Martin Luther (1483-1546) hatte judenfeindliche Schriften verfasst.
Die Schau trägt den Titel «Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche "Entjudungsinstitut" 1939–1945». Auf 117 Quadratmetern zeigt sie die Vorgeschichte, die Tätigkeit und die Wirkungsgeschichte des antisemitischen Instituts. Die Ausstellung blickt unter anderem auf die Rolle Thüringens als Experimentierfeld und «Muster-Gau» im Nationalsozialismus.