Für Thüringens Theater spielt das junge Publikum eine immer größere Rolle. «Diese Zielgruppe hilft uns, am Zahn der Zeit zu bleiben und Themen herauszuhören, die junge Menschen beschäftigen», sagte etwa Jugendreferent Lukas Komann vom Theater Altenburg Gera. Zudem werde das therapeutische und demokratiebildende Potenzial solcher Angebote immer stärker wahrgenommen, ergänzte Andrea Hesse vom Theaterhaus Jena. Während Schulklassen und Kindergartengruppen nach wie vor ein zentrales Standbein ausmachten, würden Veranstaltungen für Familien an den Wochenenden ebenfalls immer beliebter, hieß es übereinstimmend.
Auch in den Theatern in Jena, Altenburg-Gera, Weimar und Erfurt werden Kinder und Jugendliche zunehmend als wichtige Zielgruppe wahrgenommen. Für die Theater gehe es auch um die Erschließung eines künftigen Publikums, das spiele aber eine untergeordnete Rolle, so der Konsens.
Vor allem im Staatstheater Meiningen ist die Zuwendung zum jungen Publikum ein wichtiger Eckpfeiler der Arbeit. Unter Intendant Jens Neundorff von Enzberg wurde eine eigene Sparte «Junges Staatstheater» geschaffen und ausgebaut. Das Junge Staatstheater hat inzwischen eine eigene Spielstätte und ein eigenes Logo, ein eigenes Spielzeitheft und eigene Mitarbeiter. In der Spielzeit 2022/23 habe es in Meiningen insgesamt 281 Vorstellungen mit über 39.000 Zuschauern gegeben, so Neundorff. Die Auslastung liege in der Regel bei über 90 Prozent. Mittlerweile gebe es Formate für Zuschauer ab zwei Jahren, der Einzugsbereich erstrecke sich nach Bayern und Hessen. In der Spielzeit 2024/25 solle das Junge Staatstheater mit zwei Stellen verstärkt werden.