Parkbänke mit Metallspikes, Einzelplätze oder Sitzgelegenheiten ohne Lehnen: Bewusst unbequem gestaltetes Stadtmobiliar findet sich zunehmend auch in Thüringen. «Das ist ein Prozess, der sich seit den frühen 2000er Jahren in Thüringer Städten beobachten lässt und der bis heute ungebrochen ist», sagte Frank Eckardt, Professor für sozialwissenschaftliche Stadtplanung an der Bauhaus-Universität Weimar, auf Anfrage. Die sogenannte defensive Architektur kommt in Thüringen unter anderem in Erfurt, Jena, Weimar, Suhl und Gera zum Einsatz. Sie sei normal bei der Gestaltung von Innenstädten geworden, so Eckardt.
Der Begriff umschreibt strategische Baumaßnahmen, die mit unpraktischem oder unbequemem Design bestimmte Personengruppen den Aufenthalt an bestimmten Orten erschweren sollen. Einen Schritt weiter geht Eckardt zufolge die «feindliche Architektur», bei der mit scharfen Kanten oder Metallspitzen an Objekten sogar körperliche Schäden bei der Nutzung in Kauf genommen werde.