Die Krise im Wohnungsbau macht den Thüringer Architekturbüros zu schaffen. Auf Wohnungsbau spezialisierte Büros hätten seit dem vergangenen Jahr deutliche Auftragsrückgänge zu verzeichnen, sagte Jörg Baum, Vorstandsmitglied der Landesarchitektenkammer, der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem kleinere Büros mit einem bis vier Beschäftigten, die den Bau von Eigenheimen betreuten, spürten dies. «Und in Thüringen sind drei Viertel der Büros solche Kleinbüros.» Angesichts gestiegener Baupreise, allgemeiner Inflation und höherer Kreditzinsen warteten potenzielle Bauherren ab.
Sanierung von Ortskernen statt neue Siedlungen «von der Stange»
Beim Eigenheimbau führen die Wege potenzieller Bauherren nach Beobachtungen der Architektenkammer häufig zuerst zu Unternehmen, die Fertigteilhäuser aufstellen. Solche Häuser prägten teils komplette Eigenheimsiedlungen, die mit hohem Flächenverbrauch verbunden seien, sagte Baum. Um bezahlbares Wohneigentum zu erhalten, seien jedoch auch der Erwerb und die Sanierung von Bestandsgebäuden und ganzen Ortskernen notwendig. «Dafür braucht es individuelle Lösungen - keine von der Stange.»
Über Beispiele gelungener neuer, modernisierter und restaurierter Bauwerke können sich Interessierte an diesem Wochenende beim Tag der Architektur in Thüringen informieren. In 31 Städten und Dörfern öffnen insgesamt 45 Bauwerke und Freianlagen, die sonst teils nicht zugänglich für die Öffentlichkeit sind. Das Spektrum reicht von Wohnanlagen, Schulgebäuden, Sporthallen und Bürobauten bis hin zu Denkmälern und Museen wie etwa die Dampflok-Erlebniswelt in Meiningen.
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